Polyneuropathie durch  Chemotherapie

Polyneuropathie und Chemotherapie

Wenn Hände und Füße kribbeln und schmerzen kann eine Polyneuropathie vorliegen.

Eine Chemotherapie wirkt, indem sie Zellen schädigt. Diese Wirkung trifft besonders Zellen, die sich schnell teilen. Dazu gehören Tumorzellen, aber leider auch körpereigene Zellen. Betroffen sind zum Beispiel  Schleimhautzellen und Haarwurzelzelen. Außerdem können  Hautzellen, Blutzellen und Nervenzellen betroffen sein.

Ursache einer Polyneuropathie

Aufgabe der Nervenzellen ist es, elektrische Impulse aus einem Körperteil weiterzuleiten. Die Informationen gelangen zum Gehirn oder vom Gehirn zum Körperteil zurück. Wenn das nicht mehr richtig funktioniert,  entstehen typische Beschwerden. Es kann zu Kribbeln und Schmerzen führen. Aber auch ein Taubheitsgefühl oder eine Muskelschwäche ist möglich. Wenn das Nervensystem der inneren Organe betroffen ist, kann es zu weiteren Beschwerden kommen. Betroffene beklagen Durchfall,Verstopfung und Schwitzen. Aber auch Blasenschwäche oder Erektionsstörungen sind möglich.

Polyneuropathie durch Chemotherapie

Nicht alle Chemotherapie-Medikamente können eine Polyneuropathie verursachen. Bei einigen Wirkstoffen bekommen aber 30-40 von 100 der behandelten Personen Nervenschäden. Dazu gehören platinhaltige Chemotherapeutika (Cisplatin, Carboplatin, Oxaliplatin). Aber auch  Taxane (Paclitaxel, Docetaxel) und Vinca-Alkaloide (Vinblastin, Vincristin, Vinorelbin) können eine Polyneuropathie begünstigen.

Polyneuropathie Krebs Therapie

Beschwerden der Polyneuropathie

Die Beeinträchtigungen können manchmal einige Monate nach Beendigung der Therapie zunehmen. Anschließend können sie sich langsam zurückbilden. In Ausnahmefällen kommt es aber nur zu einer geringen oder gar keiner Verbesserung. Typische Funktionsstörungen sind Stolpern oder Gleichgewichtsstörungen. Betroffene beklagen Schwierigkeiten beim Greifen und Gehen auf unebenem Untergrund. Andere leiden unter Ungeschicklichkeit oder einer krakeligen Handschrift.

Therapie der Polyneuropathie

Aktuell können wir eine Polyneuropathie nicht heilen, aber die Symptome können deutliche gelindert werden. Die Therapie kann medikamentöse, ergotherapeutische und physiotherapeutische Ansätze beinhalten. Wichtig ist, dass die Therapie der Polyneuropathie  ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprochen wird.

Studien zeigen Erfolge. In Studien konnte bewiesen werden, dass Patienten, die bereits vor der Chemotherapie mit einem Gleichgewichtstraining begonnen haben, im Vergleich zu Untrainierten nach der Behandlung weniger Probleme hatten.

Was kann ich selbst tun?

Am besten sofort beginnen! Einfache Übungen für den Alltag sind zum Beispiel

  • beim Zähneputzen auf einem Bein stehen

  • auf einem gefalteten Handtuch oder Kissen balancieren

  • Barfuß durch den Garten/Park gehen

Barfuß

Weitere Behandlungsmethoden einer Polyneuropathie

Außerdem gibt es spezielles sensomotorisches Training. Auch Vibrationstraining auf einer Platte (z.B. Power Plate) ist zu empfehlen.  Qi Gong und Yoga oder Tai Chi sind bei Polyneuropathie ebenfalls empfehlenswert.

Eine bleibende Verbesserung lässt sich nu erzielen, wenn man regelmäßig trainiert. Die  Schwierigkeit sollte schrittweise erhöht werden. Hierbei kann professionelle Hilfe von Vorteil sein.

Online Trainingsprogramm gegen Polyneuropathie

Wir arbeiten daran, ein Online-Trainingsprogramm für betroffene zu erstellen. Wir werden euch informieren, sobald das veröffentlicht wird.

Bis dahin gibt es Tipps zum Start zuhause über den Krebsfit Instagram Account und Facebook.

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