Sport in der  Krebsvorsorge

Risiko für Krebs: kein Sport und ein hoher BMI

Die Vermeidung von Sport und Bewegung ist neben Übergewicht ein Risikofaktor für Krebserkrankungen. Bewegungsmangel soll für die Entstehung von 15% der häufigsten Tumoren verantwortlich sein.(1)

Wer Sport treibt, kann dagegen sein Risiko, an Darmkrebs zu erkranken um 25% (2) senken. Das Risiko, an Brust- oder Prostatakrebs zu erkranken, kann um 20-30% reduziert werden.(3)

Fettgewebe ist eine Quelle chronischer Entzündungsaktivität. Und chronische Entzündungen beschleunigen wiederum die Entstehung von Krebserkrankungen. Sie können aber auch Diabetes (Zuckerkrankheit), neurodegenerative Erkrankungen wie zum Beispiel Parkinson, Alzheimer und andere Demenzformen verursachen.

Walking am Strand

Die Wirkung von Sport

Sport reduziert Fettgewebe und stoppt somit den Entzündungsprozess. Zusätzlich wirkt Sport aber auch direkt positiv auf das Immunsystem. Beim Sport wirkt ein Reiz auf den Körper ein. Als Antwort auf diesen Reiz aktiviert der Körper antientzündliche Zellen, die sogenannten T-Killerzellen, die Krebszellen erkennen und ausschalten können. Es wird vermutet, dass diese Wirkung sowohl nach Ausdauer- als auch nach Kraftsport aufritt.

Demzufolge ist Sport nicht nur in der Vorsorge eine mächtige Waffe, sondern auch noch dann, wenn man schon an Krebs erkrankt ist. Und hierbei gilt natürlich, je früher diese Waffe eingesetzt wird, desto besser.

Sport in der Krebstherapie

In einer Studie wurden Mäusen Krebszellen eingepflanzt. Eine Gruppe durfte 4 Wochen vorher in einem Laufrad sporteln, die Kontrollgruppe hatte keine Bewegung. Das Tumorwachstum in der Sportgruppe war um 61% geringer. Außerdem wurde festgestellt, dass bei den Laufrad-Mäusen mehr körpereigene Killerzellen im Tumorgewebe waren.(4)

Auch Studien mit Krebspatienten zeigen, dass körperliche Aktivität mit einem besseren Ergebnis verbunden ist. Die Sterblichkeit reduziert sich durch Sport sogar um 25-40%.(5)

Viele Begleiterscheinungen wie Müdigkeit, Inkontinenz, Gleichgewichtsstörungen und Muskelschwund können durch Sport therapiert und gemindert werden und aktive Patienten vertragen belastende Chemotherapien oder Bestrahlungen besser.

Es gibt nur einen Nachteil: bisher gibt es in Deutschland zu wenige Krebssportgruppen oder gar Anbieter für OTT (onkologische Trainingstherapie).

Selbst Ärzte wissen wenig über den Stellenwert von Sport in der Krebstherapie und Krankenkassen übernehmen Kosten noch nicht regulär, sondern nur in Ausnahmefällen.

Und das, obwohl die Studien eindeutige Ergebnisse liefern. Wir können nur hoffen, dass sich bald etwas tut!

Joggen

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